Ein Fenstertausch kann hier enorme Verbesserungen bringen — wenn er fachgerecht geplant und umgesetzt wird.
Wann sollten Altbau-Fenster getauscht werden?
Diese Anzeichen sprechen für einen Austausch:
- Zugluft bei geschlossenen Fenstern — trotz intakter Dichtungen
- Kondenswasser auf der Innenseite der Scheiben — ein Zeichen für schlechte Dämmung
- Hohe Heizkosten — alte Fenster lassen unverhältnismäßig viel Wärme entweichen
- Sichtbare Schäden — morsche Holzrahmen, Risse, abblätternde Farbe
- Einfachverglasung — in vielen Altbauten noch Standard, energetisch völlig unzureichend
- Schwergängige Beschläge — wenn Fenster sich nur noch mit Mühe öffnen lassen
Besonderheiten beim Fenstertausch im Altbau
Nicht-normierte Maße
In Altbauten sind Fensteröffnungen selten genormt. Jede Öffnung kann leicht andere Maße haben — manchmal sogar innerhalb desselben Stockwerks. Deshalb ist ein sorgfältiges Aufmaß vor Ort unverzichtbar. Wir messen jede Öffnung einzeln aus und bestellen die Fenster passgenau nach Maß.
Leibungstiefe
Die Mauerstärke in Altbauten ist oft deutlich größer als in modernen Gebäuden. Das hat Auswirkungen auf die Einbaulage des Fensters und die Abdichtung der Anschlussfuge. Eine korrekte Positionierung des Fensters in der Leibung ist entscheidend für die Wärmedämmung.
Sturzbereich
In manchen Altbauten gibt es keinen klassischen Betonsturz über dem Fenster, sondern gemauerte Bögen oder Holzbalken. Das erfordert bei der Montage besondere Aufmerksamkeit.
Rollladenkästen
Viele Altbauten haben eingemauerte Rollladenkästen ohne Wärmedämmung — wahre Energiefresser. Beim Fenstertausch kann es sinnvoll sein, auch die Rollladenkästen zu dämmen oder durch moderne Aufsatzrollläden zu ersetzen.
Energieeffizienz durch neue Fenster
Der Unterschied zwischen alten und modernen Fenstern ist beeindruckend:
| Fenstertyp | Ug-Wert | Wärmeverlust |
|---|---|---|
| Einfachverglasung (vor 1978) | ca. 5,8 W/(m²K) | Sehr hoch |
| Zweifachverglasung (1980er) | ca. 2,8 W/(m²K) | Hoch |
| Zweifachverglasung (1995–2005) | ca. 1,3 W/(m²K) | Mittel |
| Dreifachverglasung (aktuell) | ca. 0,5–0,7 W/(m²K) | Gering |
Je niedriger der Ug-Wert (Wärmedurchgangskoeffizient der Verglasung), desto besser die Dämmung. Ein Tausch von Einfach- auf Dreifachverglasung kann den Wärmeverlust durch die Fenster um über 85 Prozent reduzieren.
Denkmalschutz und Fensteraustausch
Bei denkmalgeschützten Gebäuden gelten besondere Regeln:
- Genehmigungspflicht: Ein Fenstertausch an einem denkmalgeschützten Gebäude muss in der Regel von der zuständigen Denkmalschutzbehörde genehmigt werden.
- Gestaltungsvorgaben: Profilbreite, Sprossenteilung, Farbe und Material können vorgeschrieben sein.
- Lösungen: Moderne Holzfenster können so gefertigt werden, dass sie optisch historischen Vorbildern entsprechen und trotzdem aktuelle Dämmwerte erreichen.
Wir empfehlen, bei denkmalgeschützten Gebäuden frühzeitig Kontakt zur Behörde aufzunehmen. Gerne unterstützen wir Sie bei der Auswahl passender Fenster.
Förderung für Fensteraustausch im Altbau
Im Altbau ist der Fenstertausch oft besonders wirtschaftlich — und besonders gut förderfähig. Die wichtigsten Wege im Überblick:
- BAFA BEG EM: 15 % Zuschuss bei Uw ≤ 0,95 W/(m²K), mit iSFP 20 %. Max. 4.500 € bzw. 12.000 € pro Wohneinheit. Antrag vor Auftrag, Energieberater Pflicht.
- § 35c EStG (Steuerbonus): 20 % der Kosten über 3 Jahre absetzbar, bis 40.000 € Steuerersparnis. Voraussetzung: selbstgenutztes Wohneigentum, Gebäude mindestens 10 Jahre alt. Im Altbau ist diese Bedingung praktisch immer erfüllt — ein klarer Vorteil. Kein Vorab-Antrag nötig, alles über die Steuererklärung.
- § 35a EStG (Handwerkerleistungen): 20 % der Lohnkosten, bis 1.200 € pro Jahr. Geht zusätzlich, weil ein anderer Topf.
Achtung: BAFA und § 35c schließen sich für dieselbe Maßnahme aus. Bei Denkmalschutz-Auflagen sind Sondermaße und reduzierte Uw-Werte oft nötig — sprechen Sie mit Ihrer Denkmalbehörde, bevor Sie den Förderweg festlegen.
